ÜBER MICH
Mein Name ist Anke Löhner-Krug und ich wohne im beschaulichen Hochfranken im Norden Bayerns. Meine Leidenschaft für das Filzen habe ich vor fünf Jahren entdeckt. Dabei begeistert mich das Arbeiten mit natürlichen Grundstoffen und die vielfältigen Möglichkeiten aus dem Naturstoff Wolle, mit meinen eigenen Händen Dinge zu erschaffen. Ob aus eigenem Antrieb oder aber gerne auf Bestellung fertige ich in Trocken- und Nassfilztechnik individuelle Filzwaren für jeden Anlass.
Das Handwerk des Filzens wird in zwei unterschiedlichen, traditionellen Techniken bei Anke Filzt umgesetzt. Dem Nassfilzen und dem Trockenfilzen. Hier möchte ich gerne die unterschiedlichen Techniken vorstellen.
Nassfilzen
Beim Nassfilzen werden Wollfasern durch Feuchtigkeit, Wärme und mechanische Bewegung miteinander verfilzt. Die Schuppenstruktur der Wollfasern verhakt sich dabei, sodass ein dichtes Material entsteht.
Materialien
- Wolle (meist Schafwolle, kardiert oder in Form von Filzwolle)
- Warmwasser
- Seife (z. B. Olivenölseife oder Kernseife)
- Unterlage (z. B. Noppenfolie oder Bambusmatte)
- Optional: Handtuch, Sprühflasche, Schüsse
Ablauf
1.Vorbereitung der Wolle
- Wolle in dünnen Schichten auslegen, kreuzweise übereinander, um Stabilität zu erreichen.
- Form und Größe grob vorgeben (z. B. Fläche für einen Filzball oder eine Tasche).
2. Anfeuchten
- Mit warmem Seifenwasser besprühen oder begießen, bis die Wolle gut durchfeuchtet ist.
- Die Seife sorgt dafür, dass die Fasern leichter gleiten und sich verhaken.
3. Sanftes Anfilzen
- Mit den Händen vorsichtig streicheln oder drücken, damit die Fasern beginnen, sich zu verbinden.
- Anfangs sehr behutsam, damit die Form nicht verrutscht.
4. Intensives Walken
- Nach dem ersten Zusammenhalt kräftiger reiben, rollen oder kneten.
- Die mechanische Bewegung und Wärme fördern das Verhaken der Fasern.
- Je länger und intensiver, desto dichter und stabiler wird der Filz.
5. Formgebung
- Während des Prozesses kann die Form angepasst werden (z. B. Kugel, Fläche, Hohlform).
- Bei größeren Objekten wird oft in einer Bambusmatte gerollt.
6. Ausspülen und Trocknen
- Seifenreste gründlich ausspülen.
- Filzstück in Form bringen und trocknen lassen.
Typische Anwendungen
- Filzbälle, Taschen, Hüte, Hausschuhe
- Dekorative Objekte (Blumen, Figuren)
- Unterlagen oder Teppiche
Trockenfilzen
Die handwerkliche Technik des Trockenfilzens (auch Nadelfilzen genannt) ist eine beliebte Methode, um aus loser Wolle kleine, detailreiche Objekte wie Figuren, Schmuck oder Dekorationen herzustellen.
Grundprinzip
Beim Trockenfilzen wird die Wolle ohne Wasser verarbeitet. Stattdessen benutzt man spezielle Filznadeln mit kleinen Widerhaken. Durch das wiederholte Einstechen der Nadel verhaken sich die Wollfasern miteinander und es entsteht ein festes, formbares Material.
Materialien
- Wolle (meist Schafwolle, trocken)
- Filznadeln (unterschiedliche Stärken für grobe und feine Arbeiten)
- Schaumstoffunterlage (zum Schutz der Arbeitsfläche und der Nadeln)
- Optional: Fingerkappen zum Schutz der Hände
Ablauf
1.Vorbereitung der Wolle
Die gewünschte Menge Wolle wird locker in Form gebracht (z. B. Kugel, Strang, Fläche).
2. Formen durch Nadeln
Die Wolle wird auf die Schaumstoffunterlage gelegt. Mit der Filznadel wird wiederholt in die Wolle gestochen. Die Widerhaken an der Nadel verhaken die Fasern miteinander.
Anfangs wird grob vorgeformt.
Für Details und Feinheiten werden feinere Nadeln verwendet.
3. Verdichten und Ausarbeiten
Je öfter und dichter man einsticht, desto fester und stabiler wird das Objekt.
Einzelne Teile (z. B. Ohren, Beine) können separat gefilzt und dann angefilzt werden.
4. Fertigstellung
Die Oberfläche bleibt beim Trockenfilzen meist etwas strukturiert und nicht so glatt wie beim Nassfilzen.
Typische Anwendungen
- Kleine Figuren (z. B. Tiere, Puppen)
- Schmuck (z. B. Perlen, Anhänger)
- Dekorative Elemente (z. B. Blumen, Ornamente)
Der Unterschied zwischen Nassfilzen und Trockenfilzen liegt vor allem in der Technik und den Werkzeugen:
Nassfilzen
- Material: Wolle + Wasser + Seife
- Prinzip: Die Wollfasern werden durch Feuchtigkeit, Wärme und Bewegung verfilzt.
- Werkzeuge: Hände, evtl. Bambusmatte oder Noppenfolie.
- Charakteristik:
- Ergibt eine glatte, feste Oberfläche.
- Gut für größere Objekte (Taschen, Hüte, Teppiche).
- Zeitaufwand: Relativ lang, da intensives Walken nötig ist.
Trockenfilzen (Nadelfilzen)
- Material: Wolle (trocken)
- Prinzip: Mit speziellen Filznadeln wird die Wolle gestochen. Die Nadeln haben kleine Widerhaken, die die Fasern verhaken.
- Werkzeuge: Filznadeln, Schaumstoffunterlage.
- Charakteristik:
- Ideal für detaillierte Formen und Figuren (z. B. Tiere, Schmuck).
- Oberfläche bleibt eher strukturiert und nicht so glatt wie beim Nassfilzen.
- Zeitaufwand: Präzise, aber oft langsamer für große Flächen.
Kurz gesagt:
- Nassfilzen = Wasser + Seife + Bewegung → große, glatte Objekte.
- Trockenfilzen = Nadeln + Geduld → kleine, detailreiche Objekte.
